|
||||||
|
|
|
|
||||
|
Klaus Döring ist ein Mann der leisen Töne. Große Gesten liegen ihm ebensowenig wie jede Art der Selbstinszenierung. Seit mehr als 50 Jahren geht er konsequent seinen Weg - nicht abseits, aber doch weitgehend unabhängig vom herrschenden Kunstbetrieb. "Kunst ist Kreativität, Kommunikation, Dialog. Kunst nicht zu isolieren, sondern wie selbstverständlich in unsere Umgebung, in unser Leben einzubeziehen, sollte allen Menschen ein Grundbedürfnis sein." So lautet das Credo des Timmendorfer Künstlers, und ihm persönlich scheint diese Symbiose aus Kunst und Leben gut gelungen zu sein. Seine Bilder zeugen von einer stringenten künstlerischen Entwicklung, deren vorläufiger Höhepunkt der 10 teilige Odysseus-Zyklus ist, an dem Döring in den Jahren 1997 - 98 gearbeitet hat. Zehn großformatige Arbeiten in Acryltechnik, sehr reduziert im Hinblick auf Formen und Farben, sehr intensiv in ihrer Aussage - Werke eines reifen Künstlers, der seinen Weg gefunden hat. Dörings Bewunderung für Johann Heinrich Voß und die Erkenntnis, daß die antiken Mythen als Gleichnisse für die großen menschlichen Emotionen verstanden werden können, haben die Inspiration zu diesem Zyklus geliefert. Mit äußerst sparsamen Mitteln setzt Döring die Erzählung Homers ins Bild, analog zur formalen Strenge der einzelnen Gesänge der Odyssee. Die Farbe Blau spielt in diesen wie auch in vielen anderen Bildern Klaus Dörings eine zentrale Rolle. Sie symbolisiert den Himmel, das Meer, die Unendlichkeit und kehrt in unendlichen Variationen bis hin zum fast schwarzen Nachtblau immer wieder, kontrastiert von leuchtendem Orange-Rot, das für die Liebe und Wärme, aber auch für Haß und Tod steht. Seine Liebe zur Malerei entdeckte Döring - geboren 1936 in Landsberg an der Warthe und aufgewachsen in Berlin - in den 50er Jahren, als er in Schweden arbeitete und Gastvorlesungen an der Stockholmer Kunstschule besuchte. Hier lernte Döring auch seine Frau kennen, deren Vater, der Künstler A. Orro, ihm später in Hamburg Privatunterricht erteilte und den Grundstein für die ansonsten überwiegend autodidaktische Aneignung künstlerischer Fertigkeiten und Techniken legte. |
|
Dörings großes Thema ist zunächst die Landschaft. Eher naturalistische Darstellungen der typischen Stimmungen Norddeutschlands und hier besonders Schleswig-Holsteins bilden den Auftakt. Früh zeigt sich jedoch die Hinwendung zur Abstraktion, die Konzentration auf die wesentlichen Komponenten von Form und Farbe. Chiffren finden Eingang in die Bildsprache und lassen die malerischen Kompositionen mehrschichtig und vieldeutig werden. Immer neue Themen und Motive bieten sich in der unmittelbaren Umgebung, im Konkreten. Aspekte des alltäglichen Lebens, private Erlebnisse, zeitpolitisches Geschehen und große Gefühle dokumentiert Döring in seinen "Erzählbildern". Alles steht gleichberechtigt nebeneinander, verschmilzt sowohl inhaltlich als auch formal zu einem Mikrokosmos Döringscher Prägung. Verschiedene Erzählebenen korrespondieren mit den sich überlagernden Farben, Formen und Flächen. In dieser kunstvollen Verflechtung liegt denn auch die Stärke der Malerei Klaus Dörings, hier manifestiert sich seine elementare und individuelle Ausdruckskraft. Mit seinen neuesten Arbeiten umkreist Döring ein altes Thema: Wasser. Es ist eines der Themen, die ihn nie losgelassen haben, die ihn fesseln und faszinieren und denen er doch immer neue Seiten abgewinnt. Auch hier wieder unendliche Variationen von Blau, virtuos nuanciert. Die elementare Kraft der Natur wird spürbar, Atmosphärisches verdichtet sich sich bis hin zur völligen Abstraktion. Klaus Döring ist sich treu geblieben in diesen Bildern, und er wird den Weg weitergehen, den er damals in Schweden eingeschlagen hat - mit einer positiven Grundeinstellung dem Leben und der Kunst gegenüber. |
||||